{"id":66,"date":"2014-02-25T12:36:34","date_gmt":"2014-02-25T12:36:34","guid":{"rendered":"http:\/\/hrachovec.philo.at\/?page_id=66"},"modified":"2014-02-25T12:36:34","modified_gmt":"2014-02-25T12:36:34","slug":"ethik-und-atombombe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hrachovec.philo.at\/?page_id=66","title":{"rendered":"Ethik und Atombombe"},"content":{"rendered":"<h3><em><span style=\"font-size: 14px; font-weight: normal;\">Erschienen in FALTER 17\/91 S.33 und 18\/91 S.33.<\/span><\/em><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Vernunftbegabt<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<p>In Einzelf\u00e4llen ist \u00f6sterreichischer Charme noch immer unschlagbar. Einen der wenigen Lichtblicke in Grigori Medwedews Buch \u00fcber Tschernobyl stellt unsere Haltung zu Zwentendorf dar. \u201eHier ist ein Detail zu erw\u00e4hnen &#8230; n\u00e4mlich, da\u00df die \u00f6ster\u00adreichische Bev\u00f6lkerung durch freiwil\u00adlige Spenden die Kosten des KKW \u00fcbernahm; nach Bezahlung der betei\u00adligten Firmen lie\u00df die Regierung das Kraftwerk konservieren.\u201d So g\u00fcnstig ist ein guter Ruf selten zu haben, auch wenn als mildernder Umstand gelten kann, da\u00df diese Geschichte der Sym\u00admetrie des M\u00e4rchens folgt. Als Spie\u00adgelbild der v\u00f6llig verstrahlten, mit ei\u00adnem Betonmantel hermetisch abge\u00addichteten Ruine dr\u00e4ngt sich ein Kern\u00adkraftwerk im Stand der Unschuld, in einem Land von guten Menschen, auf. Soll sein.<\/p>\n<p>Die folgenden \u00dcberlegungen werden versu\u00adchen, etwas vom guten Willen, in dessen Genu\u00df wir unversehens geraten sind. zur\u00fcckzugeben: Die nukleare Katastrophe ist absurderweise immer und nur zu bestimmten Zeiten aktuell. Gerade weil sie jeden Augenblick viru\u00adlent werden kann, wird sie zur Entla\u00adstung dem Auf und Ab der Katastro\u00adphen- und Kriegskonjunktur zuge\u00adschoben; ein ganz gew\u00f6hnlicher Wahnsinn. &nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;Zur schnelleren Verst\u00e4ndigung kon\u00adzentrieren sie sich auf Krieg; in ihm sind die Entscheidungsabl\u00e4ufe wenig\u00adstens theoretisch scharf umrissen. Die f\u00fcr St\u00f6rf\u00e4lle der \u201efriedlichen Nutzung\u201d typische Anh\u00e4ufung von Profitgier, In\u00adkompetenz und Schlamperei verdeckt eine M\u00f6glichkeit, auf welche sich die Ethik gerne konzentrieren m\u00f6chte, n\u00e4mlich den von Menschen bewu\u00dft herbeigef\u00fchrten Weltuntergang. Al\u00adlerdings leidet die Sittlichkeit \u2013 bei die\u00adser Aufgabe kein Wunder \u2013 unter Kon\u00adzentrationsschw\u00e4che. Niemand kann Tag und Nacht dem Nichts ins Auge sehen. Das ist noch harmlos ausge\u00addr\u00fcckt, denn \u201esehen\u201d ist schon viel zu menschlich. 1st der gesamte Themenkreis nicht so gigantisch, da\u00df die philo\u00adsophische Nachpr\u00fcfung der passenden Verhaltensweisen nur mehr pathetisch leerl\u00e4uft?<\/p>\n<p>&nbsp;Von Kant ist uns die geniale Aus\u00adsicht \u00fcberliefert, um gut zu sein w\u00e4re wesentlich, da\u00df man sich an Vernunft h\u00e4lt. Die F\u00e4higkeit, von eigenen Weh\u00adwehchen und dem Vorteil von Bezugsgruppen um des Gemeinwohls willen zu abstrahieren, ist nicht nur edel, sondern auch rational. Nur diese Einstellung kann n\u00e4mlich einer unparteilichen Pr\u00fcfung standhalten. F\u00fcr Kant folgt das aus der Definition des Sittli\u00adchen als allen Menschen gemeinsames, vern\u00fcnftigen Uberlegungen zug\u00e4ngli\u00adches Gut. Die Aussicht scheint im Zeitalter der Atombombe wie gerufen zu kommen. In ihrem Sinn ist es klug und als Bonus auch moralisch geboten, das Instrument, das unterschiedslos alle ausl\u00f6scht, entsprechend bedin\u00adgungslos zu verwerfen. Damit sollte eigentlich alles klar sein, ist aber nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;Vernunft spielt in diesen Verh\u00e4ltnissen ungef\u00e4hr die Rolle eines vollen Portemonnaies f\u00fcr Reisende im Busch. Erstens: Um die Expedition auszur\u00fc\u00adsten, brauchen sie Geld. Zweitens: Wo sie hinf\u00fchrt, gilt es nicht. Drittens: Wenn sie \u00fcberleben wollen, m\u00fcssen sie sich \u00dcberbr\u00fcckungshilfen zwischen ihrem Besitz und ihren Bed\u00fcrfnissen im fremden Territorium ausdenken. Die Verzweiflung der Kantianer ist das b\u00f6se Erwachen, da\u00df ihr Zahlungsmit\u00adtel, wo sie hingeraten sind, die Leute nicht beeindruckt. Sie sagen: \u201eWenn ihr Monopoly spielen wollt, tut es zu Hause. Wir waren bei der Verteilung der Scheine am Anfang nicht dabei.\u201d Die Macht der Vernunft hingegen kommt meistens ohne Widerrede der noch nicht zur Vernunft Gebrachten durch.<\/p>\n<p>&nbsp;Es bedarf keines exotischen Beispiels, um die Zwickm\u00fchle der im Westen entwickelten welt umfassenden Denkprinzipien ange\u00adsichts der atomaren Bedrohung zu beleuchten. Schon lange vor den ersten Detonationen war Selbstkritik zu h\u00f6\u00adren. Die Allgemeinheit eines f\u00fcr alle Menschen verbindlichen, vor dem Ge\u00adrichtshof Gottes oder der Weltge\u00adschichte oder zumindest des aufgekl\u00e4r\u00adten Publikums einklagbaren Verhal\u00adtenskodex wurde als eine Sache der Kapitalisten und ihrer Missionare sichtbar. Weltweites Monopoly mit dem Sittengesetz als Spielanweisung. Das ist die Kernspaltung, die durch das gute Gewissen der Industriestaaten geht.<\/p>\n<p>Ein Exote in den eigenen Reihen: Wittgenstein. Die Aussicht einer phi\u00adlosophischen Lehre \u00fcber das richtige Leben kommentiert er so: \u201eW\u00e4re je\u00admand imstande, ein Buch \u00fcber Ethik zu schreiben, das wirklich ein Buch \u00fcber Ethik w\u00e4re, so w\u00fcrde dieses Buch mit einem Knall s\u00e4mtliche anderen B\u00fccher auf der Welt vernichten.&#8220; Es w\u00e4re eine Atombombe des Besserwis\u00adser. Die Bruchlandung der tiefen W\u00fcnsche nach sittlicher Rechtferti\u00adgung besteht in diesem Dilemma: W\u00fc\u00dften wir wirklich ein f\u00fcr allemal, wie&#8217;s geht, wir k\u00f6nnten den Rest ver\u00adgessen. Ein Regelsystem, das die glo\u00adbale Vernichtung ausschlie\u00dft, w\u00e4re selbst eine Erscheinungsweise globaler Vernichtung.<\/p>\n<p>Schlicht und einfach: Ein sicheres Mittel gegen die Atombombe w\u00e4re si\u00adcher ebenso t\u00f6dlich. Das liegt daran, da\u00df Menschen als unsichere Wesen de\u00adfiniert sind. Auf der einen Seite dr\u00e4ngt der \u00dcberlebenstrieb zu einem Rezept gegen die Selbstzerst\u00f6rung. Vernunft gegen den hellen Irrsinn scheint keine schlechte Idee zu sein. Aber Vernunft als Allheilmittel ist auf der anderen Seite ein wohlbekanntes Sedativ. Es steht nur einigen, nur unter bestimmten Bedingungen, zur Verf\u00fcgung und f\u00fcr die andern spiel&#8217;n sie&#8217;s nicht. Das ist den Philosophinnen dieses Jahrhun\u00adderts nicht verborgen geblieben. Sie haben sich abgew\u00f6hnt, der fragenden Menge Reicht\u00fcmer aus ihrem Spielka\u00adpital anzubieten.<\/p>\n<p>&nbsp;Aber Vernunft einfach als kaputt zu erkl\u00e4ren ist auch wieder grobe Ener\u00adgieverschwendung. Zwischen dem Maximalprogramm, dessen st\u00e4ndige Fehlerf\u00fcllung ihr nachh\u00e4ngt. und ihrer Wirkungslosigkeit liegen einige \u00dcber\u00adgangsstadien. Wenn schon kein Buch \u00fcber Ethik, zumindest Gedankensplitter. Aushilfe in dem Bereich, in dem die die Deutschmark zwar nichts helfen, aber vielleicht gewechselt werden k\u00f6n\u00adnen. Ein Einwand dr\u00e4ngt sich sofort auf. Das ist noch an den Grenzen die Auswirkung des Weltw\u00e4hrungssy\u00adstems. Allerdings, Nachdenken und Geldwirtschaft sind ansteckend. Mit beidem ist die unschuldige Natur seit l\u00e4ngerem kontaminiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong>&nbsp;Bruce G. Blair; Henry W. Kendall: Accidental Nuclear War. In: Scientific American 263\/6 (December 1990)<\/p>\n<p>Grigori Medwedew: Verbrannte See\u00adlen. Die Katastrophe von Tschernobyl. M\u00fcnchen\u2013Wien 1991. Hanser<\/p>\n<p>Ludwig Wittgenstein: Vortrag \u00fcber Ethik. Frankfurt 1989. Suhrkamp<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Entscheidungsf\u00e4hig<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Intellektuelle wollen immer auf al\u00adlen Seiten mitnaschen. Von kata\u00adstrophalen Entwicklungen sind sie darum meistens irritiert. Gut. dann taugen sie in diesen F\u00e4llen nicht zur Orientierung. Die bewunderns\u00adwerten Vorbilder sind anderswo zu finden. Ich h\u00e4tte am 26. April 1986 in Tschernobyl gern gehandelt, wie der Aufseher des dritten Kraftwerkblocks, Juri Eduardowitsch Bagdasarow. Er entdeckt, da\u00df Wasser aus dem K\u00fchlsy\u00adstem seines Reaktorblocks zur Kata\u00adstrophenbek\u00e4mpfung abgezweigt wird und verlangt vom Chefingenieur die Erlaubnis, seinen Reaktorkern abzu\u00adschalten. \u201eDas wird ihm von Fomin untersagt. Gegen Morgen f\u00e4hrt Bag\u00addasarow den Block auf eigene Verant\u00adwortung ab und \u00fcberf\u00fchrt ihn in das Regime der Abk\u00fchlung, wobei er Wasser aus dem Abblasebecken zu-speist.\u201d<\/p>\n<p>Bagdasarow ist einer der Helden im Tschernobyl-Epos Grigori Medwe\u00addews. Der Megaknall w\u00e4re vermeidlich gewesen, h\u00e4tten sich f\u00fcnf weitere verantwortliche Ingenieure wie er verhalten. Das scheint Grund zur Hoff\u00adnung, selbst im Kriegsfall. Ein hohes Ma\u00df an Sittlichkeit kann die Katastro\u00adphe vielleicht doch aufhalten. Es kommt nur darauf an. die F\u00e4higkeit, f\u00fcr andere Verantwortung zu tragen. so sorgf\u00e4ltig auszubilden wie die Ma\u00adschinerie des Schreckens. Wenn die Vernunft uns das nich<br \/>\nt garantieren kann, nehmen wir alles, was sich sonst anbietet. Sanktionen, Bewunderung und Uberlebenstrieb. Bis jetzt hat es recht und schlecht ausgereicht. das \u00c4rgste zu verh\u00fcten. Die Philosophen sollten sich ein Beispiel daran nehmen. Das tun sie auch und mobilisieren die verf\u00fcgbaren Reserven rationaler \u00dcberredungskunst.<\/p>\n<p>&nbsp;Zwei Strategien bieten sich an. Die eine besteht darin, alle Konzentration auf das Wesentliche zu b\u00fcndeln und davon den Umschwung zu erhoffen. Die andere im umsichtigen Abw\u00e4gen der beteiligten Interessen; Reflexion als Friedensstiftung. Letztes Mal war bereits von der Konzentrationsschw\u00e4\u00adche die Rede. die nachdenkende Men\u00adschen der Bombe gegen\u00fcber bef\u00e4llt. Eine Reaktion f\u00fcr Philosophen ist, sich umso vehementer als aufr\u00fcttelnde W\u00e4chter zu bet\u00e4tigen. G\u00fcnther Anders und, durch eine Generation ge\u00adtrennt, Ernst Tugendhat sind Beispiele daf\u00fcr. Der ber\u00fchmte kategorische Im\u00adperativ Kants verlangt, da\u00df alle sittlich vertretbaren Handlungen ohne Ansehen der Person und Umst\u00e4nde all-gemeine sein m\u00fcssen. Darin steckt ein ideologisches Moment, dennoch pressen Anders und Tugendhat aus dieser Vorschrift einen heilsamen In-halt.<\/p>\n<p>Anders greift zur Nothilfe der paro\u00addistischen Verdrehung der einge\u00adfleischten Formel. .,Habe nur solche Dinge, deren Handlungsmaximen auch Maximen deines eigenen Han\u00addelns werden k\u00f6nnten.&#8220; Dieser Impe\u00adrativ ist als permanentes Schrillen der Alarmglocke gedacht. Wie soll es zu-gehen. da\u00df Dinge handeln und uns ihre Richtlinien als moralische Gebote vorgeben? Anders verkennt nicht, da\u00df Sachzw\u00e4nge in der Regel schwerer wiegen als pers\u00f6nliche \u00dcberlegungen. m\u00f6chte aber andererseits die Verant\u00adwortung des handelnden Subjekts nicht aus dem Spiel lassen. Der Inge\u00adnieur Juri Bagdasarow hat darauf ge\u00adachtet. da\u00df der in beinahe allen Hin-sichten \u00fcberm\u00e4chtige Reaktor den-noch unter seiner Kontrolle blieb. Das ist absurd und doch auf seine Weise tr\u00f6stlich, wie die Geschichte von Da\u00advid und Goliath.<\/p>\n<p>Ernst Tugendhat r\u00fcttelt. um das Maximum an Abr\u00fcstungsbereitschaft zu erzielen, an einer anderen Selbst\u2011w\u00e4rtige Machtkonstellation einen \u201ephantastischen atlantischen Ethno\u00adzentrismus\u201d und ruft zur \u2013 wenn not-wendig, einseitigen \u2013 Beseitigung des nuklearen Potentials der Westm\u00e4chte auf. Das \u201equalitativ Neuartige und Einzigartige am Atomkrieg (besteht) in der Vernichtung des Ganzen selbst\u201d, und Menschen, die nicht anders k\u00f6nnen, als sich aus einem ihrer Einzelexistenz \u00fcbersteigenden Gan\u00adzen zu verstehen, kapitulieren vor ih\u00adrer innersten Bestimmung, wenn sie die atomare Auseinandersetzung ohne Widerspruch hinnehmen. Noch ein-mal Bagdasarow: Sich dem Gebot des Vorgesetzten entgegenzustellen ist in so einem Fall das einzige, was menschlichen Aktivit\u00e4ten noch Sinn gibt.<\/p>\n<p>&nbsp;Das sind radikale pazifistische Stellungnahmen. Vermitt\u00adlungsversuche mit gr\u00f6\u00dferem re\u00adalpolitischen Anspruch konnten nicht ausbleiben. Unl\u00e4ngst hat Dieter Henrich das Hegelianische Prinzip, da\u00df in\u00addividuelle Einsicht in eine Wahrheit niemals so zwingend sein kann, wie die vern\u00fcnftige Konfrontation dieser&nbsp;\u00dcberzeugung mit den geschichtlichen Umst\u00e4nden. in einer \u201eEthik zum nu\u00adklearen Frieden\u201d zur Geltung ge\u00adbracht. Es sei eine alarmierende Ein\u00adseitigkeit. zu fordern, da\u00df immer und \u00fcberall alles zu geschehen hat. um die Bombe loszuwerden. Seine Interven\u00adtion nimmt die Aussichtslosigkeit zur Kenntnis. ..dem absoluten Gebot durch einen Appell zur sittlichen Ein\u00addeutigkeit auch ebenso unmittelbar wirkliche Geltung zu verschaffen&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;Mit der Brechstange kommt man da nicht durch. besser, geduldig und mit einer Portion von List auf l\u00e4ngerfristi\u00adge \u00dcberzeugungsprozesse zu vertrauen. Vernunft nicht in geschliffenen Pa\u00adradoxien direkt auf dieses Monstrum hetzen. sondern sie. mit Strahlen\u00adschutz versehen, in diplomatische Dienste treten lassen. Sie schonen, da-mit sie hei der Entsch\u00e4rfung der Situa\u00adtion mitreden kann. \u201eSowohl der Kreuzzug zugunsten der nuklearen Abr\u00fcstung wie auch die emotionslose Strategieerkundung haben auf dem Weg zum nuklearen Frieden ihr jeweils begrenztes Recht.&#8220; Extremismus ist gerade in hochexplosiven Umstan\u00adden fehl am Platz. Gescheite Leute eignen sieh zur Bew\u00e4ltigung von Span\u00adnungen besser als zur Prophetic.<\/p>\n<p>&nbsp;So kommt es. wie es kommen mu\u00df\u00adte. Sobald die Diskussion beginnt verteilen sieh die Gewichte auf beide Seiten. Auf diese Weise ist kein Krieg zu gewinnen. und das ist ja die Absicht. Zu verhindern ist er allerdings durch Auseinandersetzungen \u00fcber die erfor\u00adderliche Radikalit\u00e4t der Ethik auch nicht. Zuerst mobilisiert ein offen-sichtlich brennendes Problem das all-gemeine Interesse. dann fahren sich die Vorschl\u00e4ge zu seiner L\u00f6sung in ei\u00adnen Streit der Schulen und politischen Lager fest. Und darauf wieder zeigt sich die \u00d6ffentlichkeit schockiert und schiebt die Schuld daf\u00fcr, da\u00df nichts ge\u00adschieht, den Fachleuten zu.<\/p>\n<p>&nbsp;Mitten in diesem Argumentstau steckt die \u00dcberzeugung, da\u00df etwas ge\u00adtan werden mu\u00df. F\u00fcr die meisten Be\u00adtroffenen bedeutet das, dort anzupacken. wo es gerade m\u00f6glich ist. Philoso\u00adphie setzt auch in diesem Schlamassel noch darauf, die verfahrene Situation durch Nachdenken in Bewegung zu bringen. &nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>LITERATUR:<\/strong>&nbsp;G\u00fcnther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen. Bund 1. M\u00fcnchen 1988. Hanser<\/p>\n<p>Dieter Henrich: Ethik zum nuklearen Frieden. Frankfurt 1990. Suhrkamp Grigori Medwedew: Verbrannte See\u00adlen. Die Katastrophe von Tschernobyl. M\u00fcnchen\u2013Wien 1991. Hanser<\/p>\n<p>Ernst Tugendhat: Nachdenken \u00fcber die Atomkriegsgefahr und warum man sie nicht sieht. Berlin 1986. Rotbuch Verlag<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen in FALTER 17\/91 S.33 und 18\/91 S.33. &nbsp; Vernunftbegabt &nbsp; In Einzelf\u00e4llen ist \u00f6sterreichischer Charme noch immer unschlagbar. 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